Natur und Golf

Oftmals werden Naturschutz und Golf als Gegensätze wahrgenommen: Golf spielen inmitten eines Naturschutzgebietes?

Im Golf du Rhin sind Golf und Umwelt eng miteinander verknüpft.

Seit der Gründung in 1969 bemüht sich der Club, eine ökologisch reichhaltige, gesunde und wunderschöne Golf Landschaft zu kreieren, indem er die natürlichen und kulturellen Eigenschaften des Platzes maximal ausnützt und gleichzeitig eine Ressourcen schonende, positive Umweltbilanz erzielt.

 

Aufgrund der besonderen Verhältnisse im Hinblick auf Ökologie, Fauna und Flora ist das Gelände des Golfplatzes Teil der definierten Naturschutzgebiete der Gemeinden Chalampé und Rumersheim-le-Haut. [Schutz durch das internationale Übereinkommen über Feuchtgebiete RAMSAR, durch NATURA 2000 der EU und als Naturzone mit interessanter Ökologie, Flora und Fauna (Zone naturelle d'intérêt écologique, faunistique et floristique)].

 

 

Golf Environment Organization

Golf du Rhin ist sehr stolz auf sein GEO Certified™ Zeugnis, welches der Club im Juni 2012 erworben hat. Diese prestigeträchtige internationale Auszeichnung bedeutet, dass der Club umfassende und fortschrittliche Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllt und sich zur kontinuierlichen Verbesserung der Umweltbilanz auf dem Gebiet von Landschaft & Ökosystem, Wasser, Energie und Ressourcen, Produkte & Zulieferungsquellen, Umweltqualität und Mensch & Gemeinschaft verpflichtet. Nach Ablauf der dreijährigen Zertifizierungsperiode wurde der Club nun als erster französicher Golfclub erfolgreich re-zertifiziert.

Um den Anforderungen der Re-Zerfifizierung zu entsprechen, musste Golf du Rhin nachweisen, daß der Club nicht nur sein Engagement für nachhaltige Arbeitsabläufe aufrechterhält, sondern daß er eine deutliche und anhaltende Verbesserung in den letzten drei Jahren gezeigt hatte und auch weiterhin entsprechende Vorsorge trifft.

Einige der getroffenen Massnahmen sind:

  • die Reduktion der unterhaltenen Fairway- und semi-rough- Bereiche zugunsten der Vergrösserung des „wild roughs" (nicht unterhalten) von 10 Hektar
  • der Bau eines neuen Teiches zur Steigerung des Lebensraums für native Fische, Frösche und Libellen
  • ein Programm zur Identifizierung und Kennzeichnung von Bäumen, das Golfer über die wichtigsten Baumarten informiert, die sie auf der Anlage sehen
  • das Re-Design der Abschläge, um die Belastung durch Unterhalt der Rasenflächen und den Einsatz von Dünger und Pestiziden zu verringern

Die Golf Umwelt Organisation ist die einzige internationale non-profit Organisation, welche die Nachhaltigkeit im Golfsport fördert. Die GEO Certified™ Auszeichnung wird weltweit von Golfverbänden, Regierungsstellen und Umweltschutz-Organisationen anerkannt.

 

LAGE

GOLF DU RHIN ist auf einer Insel zwischen dem Rhein und dem Rheinseitenkanal (Grand Canal d' Alsace) gelegen, die bei dessen Bau 1928 entstand. Der Golfplatz ist Teil verschiedener Naturschutzgebiete und passt sich hervorragend dieser bemerkenswerten Naturlandschaft an.

 

NATÜRLICHE VERHÄLTNISSE AUF DEM PLATZ

Böden

Die auf dem Platz anzutreffenden Böden sind durch die Substrate der Rhein-Niederterrase bestimmt und werden als «sehr sandiger - sandiger Lehm aus Kalkstein, mäßig tiefgründig mit ein paar Kiesbetten, auf sandigem Alluvium der Tiefebene des Rheins» beschrieben.
Die generell hohe Wasserdurchlässigkeit der anzutreffenden Böden

  • (+) lässt Niederschläge fast unmittelbar versickern
  • (-)  bedeutet einen höheren Beregungsbedarf in trockeneren Perioden
  • (+) vermindert durch schnelle Abtrocknung den Infektionsdruck für Pilzinfestationen


Klima

Das Klima ist warm und gemäßigt. Das Aufeinandertreffen von ozeanischem und kontinentalen Einfluss sorgt für milde Winter und nicht zu heiße Sommer (mittlere Jahrestemperatur 10.1 °C, wärmster Monat Juli Ø 19.1 °C, kältester Monat Januar -1.5 °C).

Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge (Ø 686 mm, trockenster Monat Februar Ø 38 mm, niederschlagsreichster Monat August Ø 85 mm). Schneetage und Schneedicken > 20 cm sind selten und von kurzer Dauer.

Die Sonnenscheindauer beträgt über 1600 Stunden/Jahr.


Wasser

Grass besteht zu etwa 85% aus Wasser. Um die Pflanzen gesund zu halten, muss dieser Zustrand erhalten werden. Während des Tages gibt der Pflanzenbestand Wasser durch Transpiration an die Umgebung ab. Der Ausgleich findet in der Regel durch Aufnahme aus dem Wasserspeicher des Bodens statt. Bei den besonderen Bodenverhältnissen auf dem Platz ist jedoch regelmässige Bewässerung unverzichtbar.

Golf du Rhin hat 3 eigenen Pumpen, die das Wasser aus ca. 15 m Tiefe fördern. Wegen der sehr durchlässigen Bodenverhältnisse versickert das nicht für Pflanze und Evapotranspiration (= gesamte Verdunstung von Pflanzen, Wasser- und Bodenflächen) benötigte Beregnungswasser zurück in das Grundwasser und schliesst den Kreislauf.

In der Saison werden Grüns täglich, Abschläge und Fairways mehrmals pro Woche beregnet. Dazu benutzt der Club ein voll computergesteuertes System mit über 650 Sprinklern (in der Mehrzahl einzeln angesteuert), das auf sparsamen Verbrauch ausgelegt ist.

 

Platzpflege

Das Hauptaugenmerk gilt den Grüns. Im Idealfall haben Agrostis-Arten (Straussgräser) im Bestand die Oberhand. Agrostis-Gräser sind aggressiv im Narbenschluss, relativ krankheitsresistent und können tief gemäht werden. Durch ihre oberirdischen Ausläufer sind sie in der Lage, Kahlstellen schnell wieder zu überwachsen und besonders dichte Grasnarben zu bilden. Aber sie sind auch sehr pflegeintensiv und müssen häufig vertikutiert werden, da sie zu sehr starker Filzbildung neigen.

Heute nicht mehr gerne im Bestand gesehen ist die jährige Rispe (Poa Annua). Sie ist ebenfalls tiefschnittverträglich und bildet selbst bei der geringsten Schnitthöhe Blütenstände. Die Poa Annua wandert auf den Grüns durch Schadstellen ein, also nicht sauber entfernte Pitchmarken, Schneeschimmelflecken oder sonstige Kahlstellen. Ein hoher Anteil von Poa Annua auf den Grüns bewirkt einen höheren Bewässerungs- und Düngebedarf und eine höhere Anfälligkeit für Pilkrankheiten.

Unsere Grüns bestehen derzeit aus ca. 65% Poa annua (Einjähriges Rispengras) und 35% Agrostis stolonifera var. Palustris (Weißes Straußgras).

Wir versuchen unseren Agrostis Bestand durch 2-3 malige (jährlich) Nachsaat reiner Agrostis (jeweils bei Aerifiziermaßnahmen) zu erhalten bzw. weiter zu steigern. Das schließt auch einen Bereich von 2 m rund um die Grüns ein.

Das Greenkeeping Team ist bemüht jederzeit optimale Bedingungen für das Graswachstum zu schaffen. Im Verlauf des Jahres kommt es zu einer deutlichen Belastung der Grüns durch Betreten, Bespielen und Befahren. Dies führt im Laufe der Zeit zu einer erheblichen Bodenverdichtung. Als Folge nehmen Porenvolumen, Wasser- und Luftdurchlässigkeit ebenso ab wie das Wasserspeicherungsvolumen. Auch Durchwurzelungstiefe und Durchwurzelungsintensität sind behindert. Nährstoffaufnahme, Nährstoffverfügbarkeit und Wasseraufnahmefähigkeit kommen in einen kritischen Bereich. Die Gräser werden infolge dessen anfällig für Krankheiten, ihre Vitalität nimmt ab.

Massnahmen zur Belüftung der Grüns in Verbindung mit Sanden durch die verschiedenen Arten des Vertikutierens zielen darauf ab, die Verdichtung zu verrringern und den Aufbau von organischer Substanz zu steuern, die aus abgestorbenen Wurzeln und Gräsern besteht.

Abgestorbenen Wurzeln und Gräser wirken wie ein Schwamm, der je nach Dicke zu viel Wasser in der Nähe der Oberfläche hält. Als Folge ist die Wurzelentwicklung vermindert, erhöht sich die Gefahr für Krankheiten und könnte letztlich zum Absterben des Grases führen.

Zu viel Rasenfilz bedeutet auch eine zu weiche Putting Oberfläche. Wenn der Boden optimal entwässert und die Wurzeln mehr Sauerstoff erhalten, ist das Ergebnis ein gesunder Rasen, der in der Lage ist, Belastungen wie Krankheit, Wärme und das Golfspiel zu tolerieren.

Entsprechende Massnahmen werden auch, wenn auch in verminderter Häufigkeit, auf Vorgrüns, Abschlägen und Fairways angewandt.

Neben den intensiven mechanischen Aktivitäten zur Optimierung des Wurzelraums für unsere Gräser werden auch chemische Hilfsmittel eingesetzt, die dem Pflanzen- und Wurzelwachstum dienen. Das sind so unterschiedliche biologische Substanzen wie z.B. Algen, Bakterien, Hefen, Milchsäurefermente oder auch Rübenmelasse.

Dass die Deutsche Rasengesellschaft bei ihrem 120. DRG Rasenseminar in Freiburg auch Golf du Rhin besuchte, darf als Anerkennung der Arbeit unserer Greenkeeper gewertet werden (Mai 2015).

> Bilder zu Platzpflege

 

Düngung und Pflanzenschutz

Infolge der Lage im Naturschutzgebiet muss die Bewirtschaftung den strengen Auflagen des französischen Naturschutzes bezüglich Bewässerung, Düngung und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln genügen.

Ganz ohne Düngung ist das angestrebte Pflanzenwachstum nicht möglich. Jedoch wird diese bei uns soweit wie möglich reduziert und bevorzugt als Flüssigdünger mit der Feldspritze ausgebracht. Auch organische Substanzen werden eingesetzt, um die notwendige Nährstoffversorgung mit Stickstoff, Phosphor, Kali sowie den notwendigen Spurenelementen wie z.B. Eisen, Magnesium, Bor, Calcium, Kupfer oder Mangan sicherzustellen.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, lassen wir jedes Jahr Bodenproben untersuchen, um ein ausgewogenes Verhältnis der Hauptnährstoffe zu gewährleisten.

Pflanzenschutzmittel werden nur dann angewendet, wenn es wirklich notwendig ist (preventiv). Ausgewogene Düngung, schnelles Abtrocknen der Flächen (Tau abziehen mit dem Schlauch), richtig dosierte Bewässerung stellen den Pflanzen ein gutes Immunsystem zur Verfügung um möglichst resistent gegen pilzliche Erreger zu sein.

Leider können trotz aller Vorsorge Pilzkrankheiten auftreten, die dann kurativ behandelt werden müssen: Dollarfleck (Sclerotinia homoeocarpa) im Sommer, Anthraknose (Colletotrichum graminicola) im Herbst und Schneeschimmel (Microdochium nivale) (früher: Fusarium nivale) im Winter.

Die notwendigen Behandlungen geschehen nach Möglichkeit örtlich begrenzt und nicht als Flächenappplikation. Die verfügbaren Produkte sind in einer Liste der französischen Zulassungsbehörde mit den zugeordneten Einsatzbedingenungen definiert.

Gegen Schädlinge, d.h. Larven von Wiesenschnake – tipule (Tipula paludosa), Eulenfalter - noctuidés (Noctuidae) und Blatthornkäfer – hanneton ((Scarabaeidae) werden enthopathogenische Nematoden eingesetzt, die auf die jeweilige Larvenart spezialisiert sind.

 

Flora und Fauna im Golf du Rhin

> Detaillierte Informationen zu Flora und Fauna im Golf du Rhin

 

Impressionen im Laufe der Jahreszeiten

> Bildergalerie

 

19_Tulpenbäume Durchgang Grün 2-Abschlag 3_27.06.16

Waldbrettspiel

19_Tulpenbäume Durchgang Grün 2-Abschlag 3_27.06.16
Waldbrettspiel
×

Platzzustand

Platz
geöffnet. die Grüns werden gesandet und aerifiziert vom 21.08 bis 24.08.2017: Wintergrüns
Driving Range
Übungsanlagen geöffnet; 3 Loch-Platz offfen
Restaurant
offen Montag ab 11.00 Uhr Dienstag bis Sonntag ab 10.00 Uhr
Sekretariat
Montag bis Sonntag 8.30-18.30 Uhr

Platzbelegung

Freitag
25.08.17
Golf & Dine
Tee 1: ab 14.30 Uhr
Sonntag
27.08.17
Trophée Schiesser
Platz gesperrt 8.30-13.30 Uhr

Webcam

Webcam Golf du Rhin

Lageplan